RockHarz 2017. Lena: „Mein Kind ist Infected Rain”

Übersetzung ins Deutsche: Paul Iancu

Am zweiten Tag des RockHarz Festivals – am 6. Juli – hat Infected Rain, eine der erfolgreisten Bands Moldawiens, aufgetreten. Kurz nach ihrer Aufführung, die im Rahmen der 24. Ausgabe des auf dem Flugplatz nahe Ballenstedt verlaufenden Festivals, hat Lena nicht nur über ihr Konzert gesprochen, sondern auch über die Schritte, die die Band tun musste, um auf den Bühnen größten deutschen und europäischen Veranstaltungen spielen zu können. Eine Videoaufnahme des mit der enthusiastischen und fotogenen Sängerin geführten Interviews ist am Ende des Artikels zu sehen.

– Was für einen Eindruck machte dir das Konzert? Wie war es deiner Ansicht nach?
– Manchmal geht es um etwas, was wir auf Russisch „Steine unter Wasser” nennen. Was bedeutet das eigentlich? Diese sind normalerweise Probleme oder Momente, die anderen nicht merken. Und ehrlich gesagt hatten wir heute ganz viele. Die erste Band des Tages zu sein ist nicht immer so einfach, insbesondere bei einem großen Festival wie RockHarz. Es gibt Regeln, eine Zeitspanne die man wohl in Acht nehmen muss, eine ganze Menge Einzelheiten. Aber allgemein war es hervorragend und, obwohl wir die erste Band waren, hatten wir vor uns ein echt enthusiastisches Publikum, zahlreiche Zuschauer, ich könnte sogar sagen, dass es mehr als im Moment waren. Was es passiert ist: sobald die Toren geöffnet wurden, haben alle angefangen, zur Bühne zu rennen. Das hat mir an mich selbst erinnert, als ich Kind war und zum ersten Mal in meinem Leben ein großes Festival besuchte – Damals war ich 17 Jahre alt und habe ich genauso getan: ich war die erste, die rannte, um in vorderer Reihe zu sein, und ging nicht mehr weg: weder um etwas zu essen oder zu trinken noch um ein bisschen mich gemütlicher hinzusetzen. Diesmal habe etwas Ähnliches gesehen und an jene Zeiten erinnert. Es war etwas Wunderbares! Jetzt haben manche Leute schon ihre Stellen vor der Bühne verlassen, um sich einen Snack oder ein Getränk zu kaufen… Ich habe viel Adrenalin vom Publikum bekommen, ein paar Fans brachten sogar eine Flagge Moldawiens mit! Erfreut habe ich mich sehr, es war fantastisch.

– Die Adrenalin kann man spüren…
– Das stimmt, aufgeregt bin ich noch.

– Wenn es um ein Festival in Deutschland geht, gibt es scheinbar keine Vorband, es ist so, als wären alle Headliner. Was hältst du davon?
– Sicherlich verstehen wir uns als Vorband nicht. Bei manchen Festivals gilt es: alle Bands sind Headliner oder treten größere Bands als Vorgruppen auf, um das Publikum in Schwung zu bringen, um eine freundliche Stimmung zu sein, um kein Unterschied zwischen den Bands zu haben. Und ich freue mich immer, wenn es so passiert. Wenn einem eine Gruppe mehr als eine andere gefällt, heißt es nicht, dass diese Gruppe besser ist, und umgekehrt. Wie selbst ich auf der Bühne gesagt habe: wir sind hier zwischen kleineren oder größeren Bands, zwischen schöneren oder hässlicheren Menschen, es ist mir völlig egal, wir sind alle gleich.

– Welches war für euch das größte Festival in Deutschland, an das ihr teilgenommen haben?
– Für uns? Ehrlich? Dieses! Doch werden wir an ein größeres deutsches Festival im nächsten Monat teilnehmen – es geht um Summer Breeze. Wir haben bei großen Festival aufgetreten, jedoch nicht in Deutschland, sondern in Österreich, in Russland, in Ukraine, in Rumänien – und zwar sehr oft, in Tschechien, die sehr wahnsinnig ist, da sind ein paar sehr guten Veranstaltungen. Im Allgemeinen sind wir eine Band, die bisher mehr mit Touren und weniger mit Festivals prahlen kann. So ist es passiert, weil wir eine selbständige Band sind und solche Bands können schwieriger bei einem Festival auftreten… doch, was auch immer, das geht so in Ordnung, die treten trotzdem mal auf!

– Was hältst du von dem Publikum in Deutschland? Kannst du es mit dem in Rumänien oder in Moldawien vergleichen?
– Ich mache keinen Unterschied, niemals, weil es für mich in der Metalszene nichts macht: weder die Sprache, die man spricht, noch die Religion, die jemandem gefällt, noch aus welcher Familie man kommt, noch ob man reich oder arm ist, noch ob man ein Mann oder eine Frau ist… Das ist was mir am meisten gefällt, wenn es an Metal oder gemeinhin an Musik kommt. Die Musik erfasst uns alle und bringt uns zusammen, wenn man auf der Bühne oder im Publikum ist. Mir selbst gefällt es, Konzerte zu besuchen. Auch wenn Infected Rain auftritt gefällt es mir sehr, auch auf die andere Bands zu hören, als Zuschauer. Mal sehen mich andere an, aber das zählt nicht: wenn ich auf eine bestimmte Gruppe hören möchte, gehe ich einfach da. Mir ist es ganz unwichtig, woher man kommt, welche Sprache man spricht, man könnte sogar ein Außerirdischer sein – wenn man es gefällt, ist man willkommen, mit uns zu bleiben. Wir sind wie eine große Familie.

– Falls die Sprache nicht so wichtig ist, hast du mal gedacht, auf Rumänisch zu singen?
– Nein. Und weißt du warum? Schon viele haben mir diese Frage gestellt. Ich spreche ein paar Sprachen…

– …Russisch, Englisch, Rumänisch, Italienisch…
– …genau, ich spreche diese Sprachen gut – jedoch glaube ich, dass niemand eine Fremdsprache fehlerlos spricht. Ich kenne auch Spanisch und Armenisch, aber nicht so gut wie die anderen. Darunter ist Englisch eine Weltsprache und, weil ich auch die Lyrikerin der Band bin, ist est mir ganz wichtig, dass die Leute unsere Lieder verstehen. Da mir immer wichtig ist, auch wenn ich andere Bands zuhöre, die Aussage der Künstler zu verstehen. Ich schätze mehr die Musiker, deren Aussage ich verstehen kann. Und da Englisch eine Weltsprache ist, werde ich auch immer auf Englisch singen. Es ist doch möglich, künftig eine oder zwei Songs auf anderen Sprachen zu schreiben, ich kann auch noch nicht sagen, auf welcher Sprache, ich möchte nichts versprechen, weil die Kunst aus der Seele kommen muss.

– Du hast gerade gesagt, dass es unwichtig sei, ob man ein Mann oder eine Frau ist, die Männer haben doch die Mehrheit, wenn es um die Metalszene geht. Wie hast du daran angepasst?
– Das stimmt, und nicht nur, wenn es um die Metalszene geht, würde ich sagen… Weißt du, in was sich ein Mann und eine Frau unterscheiden? Er widmet sich – schwerpunktmäßig – einer Aufgabe; in Gegenteil widmet sie sich mehreren Aufgaben gleichzeitig. Einer einzigen Aufgabe sich zu widmen bedeutet es einerseits, sie durchaus zu erledigen – egal ob es sich um einen Musiker oder einen Chefkoch oder einen Arzt handelt. Ich bin der Meinung, dass die Männer diese „besondere Eigenschaft” haben. Andererseits könnte das auch ein Nachteil sein, weil sie auf andere Aufgaben nicht konzentrieren können. Die Frau kann aber: sie kümmert sich gleichzeitig um ihre Kinder, um das Essen, um das Saubermachen… um alles – wir wissen schon jahrhundertelang davon. Meiner Meinung nach gilt das auch in Metalszene: es gibt nicht so viele Frauen, weil die Frauen sind die, die Kinder zur Welt bringen, die Frauen sind die, die sich denen und der Familie hingeben. Es geht einfach um eine Wahl, und die Frauen, die sich der Kunst, der Musik widmen, opfern sich dafür auf: sie treffen sich selten mit den Eltern, sie treffen sich selten mit den Kindern, wenn überhaupt welche bekommen; es geht zwar um eine Wahl, die aber drastisch ist. Im Falle eines Mannes ist es anders: der bekommt zwar Kinder, der hat zwar eine Familie, der kehrt zwar heim (ich meine nicht, dass er seine Familie verlässt), aber eine Frau ist ihrer Kinder, ihrer Familie, ihrer Eltern – oder einem Mann – enger verbunden. Ich sage nicht, dass es besser oder schlechter sei, sondern meine ich nur, dass wir einfach unterschiedlich sind. Immerhin denke ich, dass wir alle gleich sind: Wenn es um eine Leidenschaft, um einen lebenslangen Traum geht, dann zählt es nicht mehr ob man ein Junge oder ein Mädchen, ob jung oder alt ist… Niemals ist zu spät und niemals ist zu früh. Und es gibt zahlreiche Beispiele – in Kinematographie, in Musik, in Kunst… Ehrlich gesagt fühle ich mich dabei wohl, ich bin zwischen Jungen groß geworden und zwischen Mädchen würde ich mich unbequemer fühlen.

– Als Frau und als Bandmitglied kümmerst du dich dann auch um eine ganze Reihe von Aufgaben – und zwar?
– Ich bin die Lyrikerin und schreibe auch die Musik für meine Stimme. Mein Erscheinungsbild wurde lange vor der Gründung der Band erdacht. Mein Job war sehr interessant, ich habe als Hair und Make-Up Artist gearbeitet, und damals wurde das Saatgut ausgebracht, so zu sagen, das schon lange davor Früchte trug. Ich habe angefangen, als Fotomodell zu arbeiten und so wurde sich dieses Aussehen erschaffen. Auf jeden Fall, es ist klar, dass ich so hart wie möglich versuche, mein Aussehen ins Erscheinungsbild der Band einzumischen, doch nicht aus Wunsch, dieses Aussehen durchzusetzen, sondern weil ich von den Menschen so gesehen (sowie dafür gewürdigt) werden möchte, wie ich in Wirklichkeit bin. Da alle, die mich kennen, wissen, dass ich auf diese Weise täglich bin – so sehe ich aus, und nicht nur auf der Bühne oder in den Fotos oder… So bin ich, so einfach ist das. Mir gefällt es, etwas zu schaffen. Mir gefällt es, bunt zu sein und es würde mir gefallen, wenn alle mehr lächeln würden und ein bisschen bunter wären.

– Wie stellst du dir vor, dass du in der Zukunft sein wirst: in einer Familie, mit Kinder?
– Nein, keinesfalls. Ich stelle mir nicht vor, dass ich Kinder haben werde. Ich glaube doch, dass es niemals zu spät ist, Kinder zu haben, und wenn das Alter jemandem nicht mehr angemessen ist, selbst Nachwuchs zu bekommen, gibt es ganz viele Kinder, die eine Familie brauchen, es gibt viele Kinder, die kleiner oder älterer sind, die keine Eltern haben und denen man ein neues besseres Leben ermöglichen kann. Ich habe keine große Eile, Kinder zu bekommen: ehrlich gesagt möchte ich das nicht und iche beeile mich auch nicht. Ich bin nicht mehr 16, um beurteilt zu werden, und bitte beurteilt ihr mich nicht – und es gibt viele, die mich aus diesem Grund beurteilen – weil diese meine Entscheidung ist. Mein Kind ist im Moment Infected Rain und ich stelle mir gar nicht vor, dass es mal anders sein wird. Falls es mal verändern würde, falls ich mich mal einsam fühlen würde, falls ich glauben würde, dass ich mehr brauche und dass ich eine Mutter werden möchte, kein Problem, dann würde ich ein Kind adoptieren. Diese ist meine Lebensanschauung.

– Wie warst du, als du Kind warst?
– Ich war ein Schlägertyp, ich war mehr wie die Jungen. Wie ich schon gesagt habe, bin ich zwischen den Jungen aufgewachsen und meine Leidenschaften waren auch vergleichbar: Fußball spielen, Rad fahren, auf Zäune klettern, Obst pflücken, bevor die reif wurden, und deswegen wurde ich oft von den Obstgartenbesitzer verjagt… Einerseits habe ich eine große Menge Kindheitserinnerungen, andererseits kann ich nicht sagen, dass meine Kindheit oder Adoleszenz ähnlich wie bei anderen war, weil ich mal reifer werden musste, obwohl ich nicht war. Ich mäkele nicht darüber, ich meine nur, dass ich aus diesem Grund so geworden bin, wie ich bin, und man kann mich deswegen genauso sehen, wie ich bin.

– Wie bist du in die Metalszene eingetreten, wie alt warst du damals und wie ist es passiert?
– Ich habe angefangen, Rockmusik zuzuhören, als ich 13-14 Jahre alt war, mir wurde ein kleines tragbares Radio geschenkt und immer hörte ich auf dem Weg zur Schule zu. Es gab damals nur einen Hörfunksender aus Russland, namens Nashe Radio, er war der einzige, der damals verfügbar war, und ich höre sehr viel zu. Es gab aber nur ein Problem: man konnte nur russische Musik, nur russisches Metal oder Rockmusik. Zu dieser Zeit war es für mich in Ordnung, weil ich aus einer russischsprachigen Famillie stamme – mein Vater kommt aus Armenien und die Vorfahren meiner Mutter stammen aus mehreren Länder. Rumänisch habe ich in der Schule gelernt, deswegen spreche ich Rumänisch. Also gut, das war am Anfang. Dann habe ich die Sendungen von MTV zugeschaut und habe zwischen Nirvana und Limp Bizkit oder Linkin Park und Britney Spears – oder anderen Bands, deren Musik zu dem Zeitpunkt zu hören war – eine eindeutige Entscheidung getroffen. Das habe ich damals gewählt – und ich habe Blink-182, Korn, etwa Deftones zugehört. Und ich habe verstanden, dass mir etwas sogar Härteres gefällt. Aus meinem ersten Lohn, den ich mit 15 bekam, habe ich mir die ersten Audiokassetten gekauft. Ohne die Bands zu kennen, habe ich „Roots” von Sepultura und „Iowa” von Slipknot genommen. Ich habe dem Verkäufer einfach gesagt: „Ok, ich möchte diese und jene”. Und diesen zwei Kassetten habe ich so lange zugehört, bis es nicht mehr richtig klingelte, bis die sogar kaputt wurden. Und auf diese Weise habe ich verstanden, dass mir die härtere Musik gefällt, dass Metal meine Art Musik ist. Selbst zu singen, selbst auf einer Bühne zu sein, das habe ich mir zwar niemals vorgestellt, aber Kischinau – und Moldawien allgemein, würde ich sagen – sind sehr klein und alle Musiker kennen sich untereinander. Und deswegen bin ich in der Nähe der Musiker gelangt, meine Freunde waren Musiker; ich, Vidick, der heutzutage Gitarrist in Infected Rain ist, und – damals – DJ Kapa haben im Jahre 2008 die Band gegründet. Ich konnte eigentlich 2007 sagen, aber im Ernst haben wir 2008 angefangen – damals hat unser erstes Konzert stattgefunden, damals haben wir mehr Musiker eingeladen: noch einen Gitarrist, einen Schlagzeuger… Texte habe ich schon geschrieben, seitdem ich klein war – auf Russisch, auf Italienisch sowie auf Englisch. Für unsere allererste Single habe ich Gedichte auf Englisch verwendet, die ich geschrieben habe, als ich Studentin war – es geht um „Judgemental Trap”, und für dieses Lied haben wir auch unseren allerersten Videoclip gedreht. Ich glaube, ich habe niemandem das erzählt, ihr seid also die ersten.

– Welche waren deiner Meinung nach die wichtigsten Abschnitte eurer Karriere?
– Alles ist sehr wichtig. Sehr wichtig ist es, Alben zu komponieren. Für mich waren die drei Alben auch die wichtigsten Abschnitte. Jede Tournee auch. Wir sind ungefähr zweimal im Jahr auf Achse, unsere Tourneen dauern mindestens je zwei-drei Monaten und wir haben fast täglich Konzerte. Wir haben schon in mehr als 37 Länder aufgetreten – in wie viele Städte, das könnte ich nicht mehr genau sagen. Es zählt nicht mehr in welchem Land man spielt, ob man müde ist oder nicht, woher man kommt – man ist überall gut angekommen. Es gibt Leute, die gar nicht wissen, wo Moldawien liegt, jedoch kommen die uns zu sehen, und uns zu unterstützen, und die kennen unsere Liedtexte, das finde ich fantastisch!

– Wo wohnst du zurzeit?
– In meinem Leben habe ich schon viermal den Wohnort gewechselt. Seit ungefähr zweieinhalb Jahren wohne ich in den USA. Du hast die Frage am besten formuliert, manche fragen mir „Wo ist dein Zuhause?” Ehrlich gesagt habe ich eigentlich keins! Mein Zuhause ist überall auf der Welt! Ich könnte sogar damit prahlen, weil Infected Rain langzeitig auf Achse ist und die Jungen könnten genau dasselbe sagen. Wir sind überall so gut angekommen, sodass wir uns überall wie zu Hause fühlen.

– Wenn dir die Stelle von Angela Gossow angeboten worden wäre, als die deutsche Sängerin Arch Enemy verlassen hat, hättest du die angenommen?
– Ehrlich? Nein. Aber nicht wegen Arch Enemy, die eine fantastische Band ist, ich erinnere mich noch, dass ich sehr oft ihre Musik zuhörte, am meisten als Angela die Solistin war, sie war eine der ersten Frauen aus der extremen Metalszene. Ich habe vor allen Bands einen riesigen Respekt, egal ob die eine Solistin oder einen Solist haben. Jedoch hätte und würde nicht diesen Schritt machen. Vor allen Dingen weil wir – alle zusammen – Infected Rain erschafft haben, es gab nicht vorhin. Alles, was wir erreicht haben, haben wir zusammen erreicht, und es kostete uns Tränen und Blut, wir haben viel durchgemacht – Tragödien und Freuden -, wir hatten unsere Höhen und Tiefen und alles hat uns meiner Meinung nach geprägt. Ich glaube sehr an Infected Rain und, egal wer wir werden, egal wo wir ankommen, egal wie lange es dauert oder ob die Besetzung der Band ändern wird, werde ich hart arbeiten und mein Herzblut dafür geben, um mit dieser Gruppe weiter zu gehen.

– Freuden hattest du auf der Bühne, wie ist es mit den Tragödien?
– Es ist doch kein Geheimnis, wir hatten etliche Autounfälle. Einer davon war echt schwer, 2014 ist es passiert, ich habe das Datum eintätowieren lassen. Wir waren nach einem Konzert in Moskau auf dem Weg nach Hause und wir sind durch Ukraine gefahren. Ukraine kann mit seinem Straßen keinesfalls brüsten. Es gab auch ein bisschen Glatteis, wir haben die Kontrolle über das Auto verloren und das Fahrzeug ist umgekippt. Wir waren… ich weiß nicht… auf irgendeine Art geschützt, weil niemand von uns zu schwer verletzt war. Ich glaube, ich hatte am meisten daran gelitten, aber jetzt zählt es nicht mehr. Das ist passiert, als wir unsere CD „Embrace Eternity” aufgenommen haben. Mit dem Schlagzeug waren wir schon fertig und wir machten wegen dieses Konzerts eine Pause und unser Vorhaben war es, danach weiter aufzunehmen. Unser Geld genügten nur für unsere Platte. Wir sind eine selbständige Band und all das Geld, das wir aus Konzerten und Handelswaren verdienen, verwenden wir immer wieder für die Band, es ist wie ein Kreislauf. Unser Unfall passiert zwei Wochen vor einer großen Europatournee und dafür brauchten wir viel Geld, und die größten Kosten waren es, unser Fahrzeug reparieren zu lassen, weil es zerstört war. Wir waren dann in der Lage, auszuwählen: entweder machen wir unsere CD fertig, oder lassen wir das Fahrzeug reparieren und gehen auf Tour, wenn wir es noch können und wollen. Weil wir – würde ich sagen – sehr erschrocken waren. Jedoch haben wir nicht aufgegeben, wir haben die beide geschafft, dank deren, die an Infected Rain glauben und uns die Möglichkeit gaben, das ein oder andere zu machen, ohne sofort dafür zu bezahlen. Und ich bin denen dankbar, ohne diese Leute konnten wir nicht wieder auf die Beine kommen. Und noch ein Unfall ist passiert, es war diesmal ein bisschen „leichter” – im letzten Jahr, als wir auf dem Weg nach Rockstadt Festival (Rosenau, Rumänien) waren. Ein LKW hat uns ein paar Mal aus hinten getroffen. Wieder konnten wir das Fahrzeug nicht mehr bewegen, wir waren auf rumänischem Gebiet, ein paar Sachen mussten wir lösen… Und solche Momente können jemandem den Schneid nehmen, man wird ungewillt, etwas zu machen, weil es nicht mehr in jemandes Macht steht. Es war nicht unsere Schuld, weder bei dem ersten Mal, noch bei dem zweiten Mal. Darüber hinaus kann ich sagen, dass wir manchmal heftig miteinander gestritten haben, trotzdem sind wir – wie gesagt – wie eine Familie und wir konnten diesen Mittelpunkt finden, um wohl miteinander zu fühlen und auf der Bühne diese Aussagen mitzuteilen, die wir wollen. Egal ob es Ärger gaben – jetzt nicht mehr – lernen wir weiter; es ist wie in einer Familie oder mehr. Hier geht es nicht nur um zusammen zu leben, sondern geht es auch um miteinander zu teilen. Auf Achse zu sein ist gar nicht einfach – einer möchte etwas, der andere möchte etwas anderes, der dritte… Es ist ein Erlebnis, aus dem man lernt. Genauso wie das Leben selbst.

– Wie kam es zum Streit? Hat es mit Musik zu tun?
– Niemals. Hätte es damit zu tun, würde man sich überlegen: „Vielleicht machen wir etwas falsch”. Ganz im Gegenteil, die Musik bringt uns zusammen.

– Das ist passiert hinter den Kulissen. Was für Geschehnisse du erzählen kannst, die auf der Bühne passiert sind?
– Oh, ja, das passiert ständig. Wir alle fallen von der Bühne, die Kabel werden gezogen und etwas wird getrennt, die Monitore schlagen fehl, ich verliere mich in Schwärmereien und gehe zu den Zuschauer… es passiert. Aber das ist Rock ‘n’ Roll, oder?

– Was für eine Rückmeldung habt ihr nach der jüngsten CD bekommen?
– Eine fantastische Rückmeldung, und ich bin stolz darauf, weil ich glaube, dass „86” eine Platte ist, die uns am meisten bestimmt, die eine Definition von Infected Rain ist, die präziseste Definition. Denn wir haben den perfekten Ton für die Band gesucht und bisher haben wir ein bisschen mehr experimentiert. Mit dieser CD kann ich sagen, dass wir diesen Sound erschaffen haben, der uns sehr gefällt und der uns bestimmt. Diese ist die perfekte Definition für unsere Band.

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