„Revolver” von Isabella Santacroce

revolver
Ein Text von Paul Iancu
Vor ungefähr zwei Jahren las ich fast alle Bücher von Isabella Santacroce. Ihr erster Text, den ich las, war ein kurzer Abschnitt ihres Romans „Revolver”, den ich im Internet fand. Schon damals schaffte die italienische Schriftstellerin es, mich in ihren Bahn zu ziehen. Wie der Titel lautet, sind die Wörter genauso wie Schüsse eines Revolvers, die die Seele des Lesers treffen.

Als ich einige Monaten später in Italien wohnte, kaufte ich alle ihre Bände, die ich finden konnte. Mein erster Roman von Santacroce war der letzte, den sie veröffentlicht hat: er heißt „Amorino”, und er verzauberte mich sogar mehr. Trotzdem blieb „Revolver” für mich etwas Besonderes.

In diesem Buch geht es um eine junge Frau, die eine traurige Kindheit hatte. Als Angelica nur neun Jahre alt war, musste sie sich um ihre alte behinderte Tante kümmern, weil ihre Eltern sie verließen. Als das Mädchen im Teenageralter war, ging sie auch weg. Eine Schlafstelle, eine Arbeit und eine gute Freundin konnte sie einfach finden, aber der Traumprinz blieb noch nur ein Traum.

Sie glaubte, sie hat ihn getroffen, als sie einen netten Mann kennenlernte. Obwohl Gianmaria in Wirklichkeit mittelmäßig und blasiert war, war die Frau blind vor Hoffnung. Der Traum wurde bald ein Alptraum, als Angelica erkannte, dass ihr Ehemann nur die Marionette seiner Mutter war: die alte Dame, mit ihrer Tasche, die immer mit Lebensmitteln für ihren Sohn gefüllt war, war eine fast ewige Präsenz in ihrem Haus.

Unter dem Druck ihres Wunschs, gewürdigt zu sein, gab sie nach. Sie suchte eine letzte Zuflucht in einer obsessiven Liebe zu einem dreizehnjährigen Nachbarn, um vielleicht auf diese Weise auch ihre verlorene Kindheit zurückzukaufen. Die verrückte Frau, die achtundzwanzig Jahre alt war, und die ein Äffchen als Haustier hatte, ängstigte trotzdem das Kind, das ihre Gefühle nicht verstehen konnte.

Schließlich wählte Angelica dieselbe Lösung aus: sie ließ ihren Ehemann zurück, genauso wie sie früher ihre Tante verlassen hatte, um ihr Leben neu anzufangen. Ob sie ihre Zufriedenheit endlich fand, lässt die Schriftstellerin nicht erkennen. Vermutlich passierte das auch nicht, weil Santacroces Romanen nie Happy End haben.

„Revolver” ist keine typische märchenhafte Geschichte, deren Hauptfiguren „vergnügt bis an ihr seliges Ende lebten”. Vielmehr habe ich mich bei dem Gedanken ertappt, dass schrecklich viele Leute die Liebe bei der falschen Person suchen, und alles, was sie finden können, ist eine Hölle, die sie aus verschiedenen Gründen versuchen, bis aufs Ende ihrer Tage abzudecken.

Besonders gut hat mir auch gefallen, dass Santacroce immer gelingt, den Leser zu bewegen. Sie wählt immer die Wörter sorgfältig, deshalb schafft sie jedesmal, starke Gefühle zu erregen. Also, insgesamt ein faszinierendes Buch.

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