„Grausame Schwester“ von Subway To Sally, eine moderne Moritat

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Ein Text von Paul Iancu. Bildquelle: laptopclipart.com/author/vnineray
„The Twa Sisters“ („Die zwei Schwestern“) ist nicht nur ein Märchen, sondern ein ganzes Motiv. Und ich nannte es so, weil es sowohl als Prosa, als auch in Versform gibt. Außerdem kann ich vermuten, dass das Gedicht früher als das Märchen verfasst wurde, und ich kann die folgende Gründe aufzählen.

„Die zwei Schwestern” ist ein Bänkelgesang, genauer gesagt ist sie eine Moritat, weil sie eine Schuld-Sühne-Thematik behandelt. Sie ist in Europa weit verbreitet: von Island und Faroer-Inseln bis Slowenien. Nur in Schweden gibt es ungefähr 125 verschiedene Varianten. Während des Mittelalters wanderten die Spielleute von Ort zu Ort, um zu singen und um Geld zu verdienen, aber auch um neue Lieder zu lernen. Eine Figur der Geschichte ist ein Harfner, und das ist ein weiteres Grund meiner Vermutung: die Harfe ist ein Instrument, das von der Spielleute benutzt wurde, genauso wie die Drehorgel, die Violine oder die Gitarre.

Außer der Moritat gibt es die Geschichte auch in Prosa, wie ich früher schon sagte. Ein solches Märchen, das „Binnorie” genannt war, fand der Volkskundler Joseph Jacobs in England. Das Märchen kümmert sich um die Geschichte zwei Königstöchter: die Ältere war „dunkel und kalt”, aber die Jüngere war schöner und sie hatte goldenes Haar. Obwohl ein Ritter die Ältere schon längere Zeit umwarb, verliebte er sich in die Jüngere sobald er ihr sah. Das machte die Ältere sehr zornig und der Hass und die Eifersucht auf ihre Schwester wuchs und wuchs und sie schmiedete einen Plan, wie sie die Jüngere loswerden konnte.

Eines schönen Morgens, gingen die Schwestern Hand in Hand zum Fluss. Am Ufer angekommen, stellte sich die Jüngere auf einen Stein. Die Ältere packte sie von hinten und warf sie in das reissende Wasser. Obwohl die kleine Schwester ihr versprach, ihren ganzen Besitz und ihren Liebsten abzugeben, lehnte die Ältere ab. Nach dem Tod des Mädchens wurde sie sowieso alles bekommen.

Ein Müller fand die Leiche der gemordete Prinzessin, die noch im Tode schön war. Bevor er ihr begraben konnte, sah ein Harfner das Mädchen auch. Er schaute in das blasse Gesicht der Prinzessin und konnte es seitdem nicht mehr vergessen. Deshalb kehrte er nach einiger Zeit an den Mühldamm zurück. Aber alles, was von der Prinzessin noch übrig war, waren Knochen und ihr goldenes Haar. Sodann baute er sich aus ihrem Brustbein eine Harfe und aus dem Haar der Prinzessin spann der Harfner die Saiten. Dann zug er weiter, den Hügel bergan zum Schloss des Königs.

Weil er ein berühmter Harfner der Zeit war, wollte der König seine Lieder hören. Und da war die ganze Familie: die Königin, die ältere Schwester und der Ritter. Zuerst spielte der Mann seine alte Harfe, und nur nach einer Weile packte er auch seinen neuen Instrument aus. Aber die neue Harfe begann, selbst zu singen, und sie erzählte die ganze Geschichte. Doch kaum war der letzte Ton verklungen, da krachte es und die Harfe zerbrach in Stücke und gab nie wieder einen Ton von sich.

Warum habe ich ein solches seltsames Märchen ausgewählt? Weil es eine traurige Geschichte erzählt. Ich las vor vielen Jahren diese schöne Fabel, aber mittlerweile vergaß ich ihr. Aber vor einem Monat erinnerte ich die Geschichte, als ich ein Lied der deutschen Rockgruppe Subway to Sally hörte. Diese moderne Moritat, die „Grausame Schwester” heißt, ist aber nur eine der sogenannte Mördergeschichten, die sie auf ihrer CD „Mitgift” berichten. Aber sie sind nicht die einzige, die ein solches Lied verfassten: berühmte Sänger wie Bob Dylan und Tom Waits lehnten sich an diese Geschichte auch an.

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